Film „Deutsche Pop Zustände“

Jahrzehntelang galt Popkultur als modern und emanzipatorisch, längst aber ist sie Teil der gesellschaftlichen Mitte und hat sich merklich nach rechts geöffnet: Die Übergänge zwischen Mainstream und neonazistischen Ideologien sind inzwischen fließend.
Der Dokumentarfilm von Dietmar Post und Lucía Palacios zeichnet diese Entwicklungen nach und stellt Verbindungen zu sozialen und politischen Entwicklungen in Deutschland seit den späten 1970er Jahren bis in die Gegenwart her. Ähnlich wie in ihrem von ZDF/3sat koproduzierten pop- historischen Dokumentarfilm „Monks–The Transatlantic Feedback“, der 2009 mit dem Adolf -Grimme-Preis ausgezeichnet wurde, arbeiten die Autoren auch in ihrem neuen Film kommentarlos mit Gesprächen und akribisch recherchiertem Archivmaterial.
Für ihren Film haben sie Poptheoretiker und Soziologen, MusikerInnen und Label-VertreterInnen sowie einen Aussteiger aus der rechten Szene und einen Ausstiegsberater mit einer umfangreichen Sammlung musikalischer Beispiele besucht, und diese von ihnen analysieren, kommentieren und einordnen lassen. So kommen zu Wort: Jan Raabe, Herausgeber des Buches „RechtsRock“, Henryk Gericke, Autor des Buches „Ostpunk“, Jonas Engelmann, Autor und Verleger des Ventil Verlags, Michael Weiß, Bildungsreferent des Antifaschistischen Pressearchivs APABIZ,Wilhelm Heitmeyer, Gründer des Institut für interdisziplinäre Konflikt-und Gewaltforschung Bielefeld, der Rapper Chaoze One, Rapperin Sookee und Anna Groß vom Berliner Springstoff-Label, Philipp Burger, Texter und Sänger der Südtiroler Band“Frei.Wild“, sowie der „nationale“ Liedermacher Frank Rennicke.

Der Film soll den Besuchern die oben genannten Verbindungen verdeutlichen und Zusammenhänge aufdecken. Bei der Podiumsdiskussion sollen zusätzliche Fragen geklärt werden um den Film aufarbeiten zu können.