Aktuelle Formen des Antisemitismus

Vortrag von Pierre Klapp:
Der Antisemitismus ist in Deutschland kein Phänomen der Vergangenheit, sondern
in seinen verschiedenen Formen und ihrer Verknüpfung noch immer allzu
präsent. Es ist nicht auf einzelne gesellschaftliche Gruppen begrenzt, sondern in
unterschiedlichen Ausprägungen in allen Teilen der Gesellschaft anzutreffen.
Es handelt sich um ein Ressentiment, das über die Jahrhunderte sein Auftreten
und seine Argumente immer wieder den veränderten Verhältnissen anpasst und
im Kern doch obsessiver Judenhass bleibt.

Am Donnerstag, 13.12.2018 um 19 Uhr im Keramikmuseum Höhr-Grenzhausen, Lindenstraße 13
Der Eintritt ist frei!

Alles Heimat – oder was?

Was passiert, wenn sich zehn völlig unterschiedliche Menschen im Alter von 11 – 72 Jahren zusammenfinden, um gemeinsam ein Theaterstück zu entwickeln? Es wird spannend, bunt und abwechslungsreich und genauso vielseitig, wie die Darsteller selbst!

Unter dem Motto „Heimat“ entwarfen 10 Laiendarsteller unter der Leitung von Regisseur Udo Willer seit Mai 2018 ein Theaterstück mit dem Titel „Alles Heimat“. Beginnend mit der Überlegung „Was ist Heimat und was bedeutet das eigentlich für mich?“ entbrannte eine lebendige und kreative Diskussion, die zu einem ersten Konstrukt und zur Rahmenhandlung des Stückes führte: Ein Penner, eine Tänzerin, ein „zickiges“ Mädchen, eine Hobby-Horsing-Reiterin, ein Türke, ein Senior, eine Heimatvertriebene, ein Flüchtlingsmädchen und eine Ex-Zweite-Heimatlerin versuchen an einer Bushaltestelle einer Blinden zu helfen, die nicht mehr weiß und wissen will, was Heimat eigentlich ist. Alle versuchen verzweifelt, ihr das Gefühl von „Heimat“ spielend, streitend, dichtend, singend, tanzend und reitend wieder zurück zu geben. Aber die blinde Dame will nichts davon wissen. Doch zum guten Schluss steht fest: Heimat fühlt sich erst gemeinsam richtig gut an.
Als Darsteller agieren: Jens Becker, Verena Lodwig, Gisela Büchting, Claudia Büchting, Maya Alessa Jukic, Greta Pracht, Cihan Kadir Yavuz und Marie Smatanova.

Die Premiere findet am Sonntag, den 09. Dezember 2018 um 16.00 Uhr im Jugend- und Kulturzentrum „Zweite Heimat“, Eintritt 6,- Euro statt.
Karten sind erhöltlich unter Tel.: 02624/7257 oder online unter www.juz-zweiteheimat.de

Gefördert wird das Projekt durch das Bundesprogramm Demokratie leben.

Populismus entgegnen

Mit einfachen Bilder, Meinungen und Vergleichen machen Rechtspopulisten Stimmung für sich und gefährden dabei unsere Demokratie. Was ist da los? Kommen wir vom Weg der Freiheit ab? Und was können wir tun? Vor welche Herausforderungen wird die Politik vor Ort gestellt?

Die Partnerschaft für Demokratie in der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen möchte sich mit diesen Kernfragen auseinandersetzen und lädt alle interessierten Menschen ein.

Referent des Abends ist Florian Hartleb. Als promovierter Politikwissenschaftler arbeitet er als Publizist und Politikberater in Passau und Tallinn/Estland. Seit 2000 forscht er zu den Themen Populismus, Parteien und Radikalismus und ist Dozent an mehreren deutschen Universitäten.

missio-Fluchttruck am GiK

Drei Tage lang stand der große Ausstellungstruck des internationalen katholischen Hilfswerk Missio auf dem Schulhof des Gymnasiums im Kannenbäckerland. In 90-minütigen Workshops wurden die Schüler/innen der Stufen 8-11 mit dem Thema Flucht, Fluchtursachen und dem Vertiefungsthema „Ressourcenkonflikte als Fluchtursache: Mein Handy und der Kongo“ konfrontiert.
Die interaktive Führung verdeutlichte sehr eindringlich am Beispiel von Bürgerkriegsflüchtlingen im Osten der Demokratischen Republik Kongo die Ängste und Hoffnungen von Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen. Die Schüler/innen schlüpften dabei in die Rolle eines Betroffenen und wurden mit Filmsequenzen, Hörtexten und Informationstafeln durch insgesamt sieben mit viel Liebe zum Detail gestaltete Räume geleitet, mussten dabei Entscheidungen treffen und erfuhren vieles über die Lebenssituation von Menschen in Zentralafrika.
Ergänzt wurde die Ausstellung durch ein Seminar, in dem die Eindrücke gesammelt und diskutiert wurden.
Die beiden Referenten, Eva Maria Daganato und Marcus Composs, agierten sehr engagiert und wertschätzend und zeigten sich auch beeindruckt von der Offenheit und Aufmerksamkeit der Schüler/innen des GiK.
Diese wertvolle Aktion wurde nur durch die Initiative der katholischen Kirche Höhr-Grenzhausen und die finanzielle Unterstützung durch das Bundesprogramm „Demokratie leben“ möglich. Wir danken Herrn Stahl sowie Herrn Wolfram und allen weiteren Personen, die unterstützend gewirkt haben, sehr herzlich für Ihren Einsatz und die hervorragende Zusammenarbeit mit unserem Deutsch- und Religionslehrer Herrn Kästel, der für die Schule die Aktion koordinierte.

„Jeder Mensch hat verdient, dass man nach ihm fragt, wenn er nicht da ist“

Nach der musikalischen Eröffnung begann die Gedenkfeier im AWO Pavillon in Höhr-Grenzhausen mit einem Auszug aus dem Buch „Damals war es Friedrich“ des deutschen Schriftstellers Hans-Peter Richter. Der Vortrag der Schüler des Gymnasiums im Kannenbäckerland versetzte die Anwesenden in die Zeit des Nationalsozialismus, als der jüdische Schüler Friedrich die Schule verlassen musste.

Die Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe Ev. Religion des GiK und ihr Lehrer Bernd Christ setzten sich mit der schwierigen Vorstellung auseinander, dass ein Mitschüler plötzlich und ohne vorherige Ankündigung nicht mehr in der Klasse, nicht mehr in der Schule und nicht mehr am Wohnort ist. „Jeder Mensch hat verdient, dass man nach ihm fragt, wenn er nicht da ist“, dieser Satz erscheint in den Vorträgen der Gedenkstunde immer wieder. So erinnern die Jugendlichen an die Gräueltaten der Nazis, an die Schicksale der Opfer und symbolisieren die Verantwortung, die jedem Einzelnen obliegt. Nach den Begrüßungsworten von Frau Pfarrerin Monika Christ beschäftigte sich Saskia Kaiser, Studentin am IKKG, in ihrer Videopräsentation mit der Interpretation des „Verschwindens“ und dem Begriff „Verschollen?“, worauf auch auf der neuen Informationstafel am Eingang des Stadtparkes eingegangen wird.

Bürgermeister Thilo Becker sensibilisierte in seiner Ansprache die Notwendigkeit, für das Schicksal seiner Mitmenschen Interesse und Verantwortung zu zeigen. „Denn es begann im Kleinen. Mit Provokation, Einschüchterung, Verleumdung, mit Worten, “ mahnte Thilo Becker. „Jeder Mensch hat verdient, dass man nach ihm fragt. Bitte fragen Sie auch weiterhin und fragen Sie warum. Respekt vor dem Anderen, Offenheit und Toleranz sind die Garanten für eine friedvolle Zukunft“, so der Bürgermeister weiter.

Der anschließende Schweigemarsch führte zum Mahnmal am Stadtpark, wo in Keramikplatten eingearbeitete Namen an die Opfer aus Höhr-Grenzhausen erinnern. Hier wurde eine neue Erinnerungstafel vorgestellt, worauf u. a. ein Zitat aus den Aufzeichnungen des jüdischen Häftlings Salmen Gradowski zu lesen ist. Diese Texte wurden nach der Befreiung des KZ Ausschwitz auf dem Lagergelände gefunden. Die Erinnerungstafel wurde gestaltet und realisiert von Rolf Knieper über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“.

Durch das Vorlesen der Namen wurde konkret an die jeweiligen Schicksale der 25 ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern aus Höhr-Grenzhausen und Hilgert erinnert. Anschließend legten Bürgermeister Thilo Becker und Stadtbürgermeister Michael Thiesen einen Kranz zum Gedenken an die ehemaligen jüdischen Bürgerinnen und Bürger nieder. Außerdem wurden nach jüdischer Tradition Steine auf den Keramikplatten abgelegt.

Die evangelische Kirchengemeinde sowie die Verbandsgemeinde und die Stadt Höhr-Grenzhausen gestalteten die würdevolle Gedenkfeier gemeinsam mit Lehrern und Schülern des Gymnasiums Kannenbäckerland sowie von Stefan Wolfram („PAuL e. V.“ als Teil des Bundesprogrammes „Demokratie Leben!“) und Rolf Knieper (Opferberatung „m-power“). Die Beratungsstelle „m-power“ ist eine vom Bund geförderte, mobile Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt.

Für die musikalische Begleitung der Gedenkstunde sorgten die jüdische Klezmer-Künstlerin Odelia Lazar und der Gitarrist Michael Wienecke.

 

Film „Deutsche Pop Zustände“

Im ersten Bekennervideo des NSU werden die Songs „Am Puls der Zeit“ und „Kraft für Deutschland“ der populären Rechtsrock-Band „Noie Werte“ zur musikalischen Untermalung des Gezeigten verwendet. Musik spielte im NSU um Uwe Bönhard, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe eine zentrale Rolle – von ihnen ist bekannt, dass sie in der subkulturell geprägten neonazistischen Szene politisiert wurden und häufig auf Konzerte gingen.

Die rechtsextreme Musikszene, speziell das Netzwerk um “Blood & Honour”, hat später die untergetauchten mutmaßlichen NSU-Terroristen unterstützt. Die Szene baut zunehmend auf die mobilisierende Wirkung der Musik. Eine Idee, die sich auch die NPD zu eigen gemacht hat: Seit 2004 sucht sie „die Herzen von Jugendlichen durch Musik zu erobern“, indem sogenannte Schulhof-CDs an deutschen Schulen verteilt werden. Bis heute beschreiben diese CDs sehr genau den ideologischen Ist-Zustand rechter Musik. Der Dokumentarfilm von Dietmar Post und Lucía Palacios zeichnet diese Entwicklungen nach und stellt Verbindungen zu sozialen und politischen Entwicklungen in Deutschland seit den späten 1970er Jahren bis in die Gegenwart her. Ähnlich wie in ihrem von ZDF/3sat koproduzierten pop-historischen Dokumentarfilm „Monks – The Transatlantic Feedback“, der 2009 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet wurde, arbeiten die Autoren auch in ihrem neuen Film kommentarlos mit Gesprächen und akribisch recherchiertem Archivmaterial.

Für ihren Film haben sie Poptheoretiker und Soziologen, MusikerInnen und Label- VertreterInnen sowie einen Aussteiger aus der rechten Szene und einen Ausstiegsberater mit einer umfangreichen Sammlung musikalischer Beispiele besucht, und diese von ihnen analysieren, kommentieren und einordnen lassen. So kommen zu Wort: Jan Raabe, Herausgeber des Buches „RechtsRock“, Henryk Gericke, Autor des Buches „Ostpunk“, Jonas Engelmann, Autor und Verleger des Ventil Verlags, Michael Weiß, Bildungsreferent des Antifaschistischen Pressearchivs APABIZ, Wilhelm Heitmeyer, Gründer des Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung Bielefeld, der Rapper Chaoze One, Rapperin Sookee und Anna Groß vom Berliner Springstoff-Label, Philipp Burger, Texter und Sänger der Südtiroler Band „Frei.Wild“, sowie der „nationale“ Liedermacher Frank Rennicke.

(Quelle: Presseheft Deutsche Pop Zustände)

„Oh, eine Dummel! Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire“

Vom 28. August bis 8. September 2017 konnte die Wanderausstellung „Oh, eine Dummel!“ nach Höhr-Grenzhausen geholt werden. Die aus Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben“ finanzierte Ausstellung konnte von Bürgerinnen und Bürgern in den Räumlichkeiten der Gaststätte „Till Eulenspiegel“ kostenlos besucht werden.

Die Ausstellung ermöglicht einen besonders jugendgerechten Zugang zu den Themen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit.

Anhand von ca. 60 Karikaturen namhafter Künstler sowie satirischen Fernseh- und Filmbeiträgen konnten sich die Besucherinnen und Besucher mit den typischen, rechtspopulistischen und rechtsextremen Parolen und Argumentationsweisen auseinandersetzen.

Die satirischen Beiträge setzen sich vor allem aus Beiträgen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens (z.B. NDR, Extra3 / ZDF, Die Anstalt etc.) zusammen. So wurde ein Film über den „unfreiwilligen Spendenlauf von Wunsiedel“ sowie „Devotionalien“ des Satire-Labels „Storch Heinar“ gezeigt, das als Antwort auf die, unter Rechtsextremen beliebte, Mode-Marke „Thor Steinar“ gegründet wurde.

Die Karikaturen sind verschiedenen Tages- und Wochenzeitungen, Zeitschriften und Satire-Magazinen entnommen und stammen u.a. von Ralph Ruthe, Klaus Stuttmann, Kostas Koufogioros, Tetsche, Til Mette, Thomas Metzner, Harm Bengen und Heiko Sakurai.

Diese setzen sich gemäß ihrem jeweils eigenen Stil mit der Thematik auseinander.

Den Betrachtenden blieb hier das Lachen förmlich im Halse stecken. Die Darstellungen gaben Anstoß über die Entstehung und über Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit nachzudenken.

Rund 150 Schülerinnen und Schüler umliegender Schulen nahmen das Angebot zum Ausstellungsbesuch war. Sie hatten die Möglichkeit, im Anschluss selbst Karikaturen und Zitate beizusteuern, vertiefende Informationen zu erhalten sowie Gelegenheit, gemeinsam darüber zu diskutieren, wie man dem etwas entgegensetzen kann. Die Moderation übernahm Stefan Wolfram, Geschäftsführer von PAuL e.V., der von der Verbandsgemeinde beauftragte externe Mitarbeiter der Koordinierungs- und Fachstelle des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.

Veranstaltungsreihe „Deutschland vor der Wahl“

Auch in diesem Jahr werden im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ zahlreiche Veranstaltungen und Vorträge angeboten. Mit Blick auf die Bundestagswahlen im September bietet das Projekt Arbeit und Lernen e.V. (P.A.u.L. e.V.) in Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen ein breites Angebot zu den Themen Rechtsextremismus, Populismus, Radikalisierung und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist kostenfrei.

Zu den nachfolgend aufgeführten Veranstaltungen möchten wir Sie recht herzlich einladen:

Samstag, 26. August 2017 von 10.00 Uhr – 18.00 Uhr
Samstag, 2. September 2017 von 10.00 Uhr – 18.00 Uhr
„Till Eulenspiegel“, Rathausstr. 34, 56203 Höhr-Grenzhausen
Ausstellung „Oh eine Dummel“
Die Wanderausstellung „Oh, eine Dummel! Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire“ ermöglicht einen besonders jugendgerechten Zugang zu den Themen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit: Anhand von ca. 60 aktuellen Karikaturen von namhaften Künstlern sowie satirischen Fernseh- und Filmbeiträgen, können sich die Ausstellungsbesucherinnen und -besucher mit den typischen, allzu simplen rechtspopulistischen und rechtsextremen Problemlösungsversuchen und Argumentationsweisen auseinandersetzen und so deren gefährlichen Gehalt offenlegen. Dem Betrachtenden bleibt hier das Lachen förmlich im Halse stecken.


Dies soll zum Ausgangspunkt genommen werden, um über die Entstehung und über Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit nachzudenken und gemeinsam darüber zu diskutieren, wie man dem etwas entgegensetzen kann.

Dienstag, 29. August 2017 um 19.00 Uhr
Keramikmuseum Westerwald, Lindenstr. 13, 56203 Höhr-Grenzhausen
Vortrag zum Thema „Aktuelle Entwicklungen in der rechten Szene“ mit Andreas Speit (taz)
Herr Speit schreibt regelmäßig für die „tageszeitung“ (taz) über Rechtsextremismus, insbesondere in den Spektren Rechte Esoterik, intellektueller Rechtsextremismus, Deutschnationalismus und militanter Neonazismus. Für die Kolumne „Der rechte Rand“ in der taz Nord wurde er 2012 mit dem Journalisten-Sonderpreis „Rechtsextremismus im Spiegel der Medien“ und Gala „TON ANGEBEN. Gegen Rechte Gewalt“ ausgezeichnet. Für das Zeit Online-Portal, für das er seit 2007 die aktuellen Entwicklungen der Neuen Rechten und des Neonazismus in Deutschland analysiert, dokumentiert und kommentiert, ist er Störungsmelder
und Mitpreisträger des „Grimme Online Award 2008“. Zusammen mit der Journalistin Andrea Röpke hat er als Autor und Herausgeber zahlreiche Bücher zu den Themen Rechtsextremismus und Neonazis veröffentlicht.
Andreas Speit gehört in Deutschland zu den renommiertesten Experten für den Rechtsextremismus, der in zahlreichen Medien zitiert und interviewt sowie von Wissenschaftlern und anderen Fachautoren rezipiert wird.

Mittwoch, 6. September 2017 um 19.00 Uhr
Keramikmuseum Westerwald, Lindenstraße 13, 56203 Höhr-Grenzhausen
Vortrag zum Thema „Populismus“ mit Prof. Dr. HaJo Funke
Der Politologe Prof. Dr. Hajo Funke gilt als einer der profiliertesten Experten auf dem Gebiet des Rechtsextremismus und –populismus in Deutschland. Er war zuletzt als Berater für den hessischen NSU-Untersuchungsausschuss tätig, er lehrte bis 2010 am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin.
In Dresden aber auch in anderen Städten demonstrieren Menschen gegen eine „Islamisierung des Abendlandes“ wie sie es ausdrücken. Dabei spielen Fakten eine untergeordnete Rolle. Sachsen, dem Bundesland, in dem ‚Pegida‘ seinen Anfang nahm, hat einen Ausländeranteil von zwei Prozent – davon sind nur ein Teil Muslime. Was steckt hinter der öffentlichen Darstellung der Ablehnung und wer initiiert sie? Scheinbar kommt ein großer Anteil der Teilnehmer/Innen aus der Mitte der Gesellschaft. Wie soll die Gesellschaft darauf reagieren? Zu diesen Fragen spricht der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Hajo Funke. Aktuelle Themen im Bereich Rechtspopulismus auch im Zusammenhang mit der Bundestagswahl werden berücksichtigt.

Dienstag, 12. September 2017 um 19.00 Uhr
Keramikmuseum Westerwald, Lindenstraße 13, 56203 Höhr-Grenzhausen
Vortrag zum Thema „Religiös motivierter Extremismus“ mit Fabian Sinning vom Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam
Fabian Sinning studierte Politik und Geschichte an der Georg-August-Universität Göttingen. Er schrieb seine Bachelorarbeit zu dem Thema: „Ist Tunesien auf dem Weg zu einer liberalen oder islamischen Demokratie?“. Derzeit macht er seinen Master in Politischer Theorie an der Goethe-Universität Frankfurt und arbeite als wissenschaftliche Hilfskraft im Projekt „Salafismus in Deutschland“ der HSFK.

Der religiös motivierte Extremismus ist ein stark wachsendes Phänomen in Deutschland und somit eine völlig neue Herausforderung. Was sind jedoch die Phänomene Salafismus und religiös begründete Menschenfeindlichkeit.

Wie kommt es dazu, dass junge Menschen in kürzester Zeit ihr ganzes bisheriges Leben aufgeben? Wie kann es sein, dass hier sozialisierte junge Menschen Extremisten folgen, die sie zu brutalster Gewalt, Mord und Selbsttötung aufrufen? Was treibt sie in die Radikalisierung? Mit welchen Mitteln gelingt es religiös motivierten Extremisten, junge Menschen zu diesen radikalen Schritten zu bewegen? Welche Rolle spielen dabei Online-Medien und eine professionell inszenierte Videopropaganda? Und was können Eltern, Lehrer, in der Jugendhilfe Tätige, Angehörige, Freunde dagegen tun?

Aktuelle Projekte im Jahr 2017

Am 5. Juli 2017 tagte der Begleitausschuss und bewilligte folgende Projekte:

Darüber hinaus wurden für das Jahr 2017 bereits nachfolgend aufgeführte Projekte genehmigt: