Veranstaltung INTOLERANZ UND DISKRIMINIERUNG

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Im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben laden die katholische und die evangelische Kirchengemeinden zusammen mit dem Verein P.a.u.l. e.V. Sie herzlich zu der Veranstaltung INTOLERANZ UND DISKRIMINIERUNG am 10. November 2016 um 19.30 Uhr im katholischen Pfarrzentrum Höhr-Grenzhausen ein.
In diesem Vortrags- und Gesprächsabend wird Prof. Dr. Paul Krappmann von der Hochschule Koblenz über Ursachen von und Interventionen bei Vorurteilen aus der Sicht der Entwicklungspsychologie sprechen. Negative ethnische, rassistische, religions-, geschlechts- und nationenbezogene Vorurteile gehören mit zu den Ursachen fremdenfeindlicher Einstellungen und Verhaltensweisen. Doch in welchem Alter entstehen Vorurteile überhaupt? Wachsen wir etwa alle unweigerlich mit Vorurteilen auf? Kann man verhindern, dass Kinder Vorurteile entwickeln, oder dafür sorgen, dass Kinder ihre vorhandenen Vorurteile abbauen, wenn man zum richtigen Zeitpunkt eingreift? Diesen Fragen soll vorwiegend aus der Sicht der Entwicklungspsychologie nachgegangen werden.

 

Woche der Demokratie in Höhr-Grenzhausen schließt mit interkulturellem Brunch

Auf Initiative von Stefan Wolfram (Projekt Arbeit und Lernen e.V.) als Koordinierungs- und Fachstelle des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ (KuF) und der Verbandsgemeindeverwaltung wurde vom 23.09.-01.10.2016 eine „Woche der Demokratie“ durchgeführt. Im Rahmen von Projekten, welche durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert wurden, konnten den Bürgerinnen und Bürgern neben einer Ausstellung und interessanten Vortragsveranstaltungen auch die seit Januar 2015 im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ in der VG Höhr-Grenzhausen durchgeführten Projekte präsentiert werden.

Zum Auftakt der „Woche der Demokratie“ hatten Stefan Wolfram (KuF) und Bürgermeister Thilo Becker am 23.09.2016 zur Eröffnung der Ausstellung „Wenn ihr hier ankommt“ in das Keramik Kasino in Höhr-Grenzhausen eingeladen. Gemeinsam mit Christoh Gann, Kurator der Ausstellung, und Schauspielerin Liljana Elges, die den Briefwechsel der Familie in Lesungen präsentiert, eröffneten Stefan Wolfram und Bürgermeister Thilo Becker die Ausstellung. In chronologischen Textmontagen wird das Schicksal der jüdischen Familie Mosbacher zwischen Kindertransport und gescheiterter Emigration dokumentiert. Tochter Eva Mosbacher ist zwölf Jahre alt, als sie ein Kindertransport nach England bringt. Briefe, Dokumente und Bilder schildern das Leben der Familie Mosbacher und ihr Schicksal. Hoffnung auf baldiges Wiedersehen prägt das Leben aller Beteiligten. Freude, Trauer und Zorn über Rückschläge spiegeln sich in den Briefwechseln. Sie verdeutlichen die verzweifelte Lage vieler jüdischer Familien vor rund 75 Jahren.

Am darauffolgenden Montag, 26.09.2016 hatte das „Projekt Arbeit und Lernen e.V.“ für die Vortragsveranstaltung zum Thema „Neue Rechte/Pegida/AfD“ mit Dr. Nils Franke und Andreas Speit zwei Experten auf dem Gebiet Rechtsextremismus/Rechtspopulismus nach Höhr-Grenzhausen eingeladen. In einem knapp dreistündigen Vortrag mit Diskussion erläuterten die beiden Experten den rund 30 Zuhörern das „Phänomen“ AfD und Pegida und gaben Tipps, wie Behauptungen von AfD/Pegida Anhängern mit einfachen Rückfragen aufgedeckt werden können.

Die Experten im Bereich Rechtsextremismus/Rechtspopulismus Dr. Nils Franke und Andreas Speit (v.l.) bei der Diskussionsrunde am 26.09.2016
Die Experten im Bereich Rechtsextremismus/Rechtspopulismus Dr. Nils Franke und Andreas Speit (v.l.) bei der Diskussionsrunde am 26.09.2016

Zur 2. Demokratie-Konferenz 2016 konnten Stefan Wolfram (KuF) und Bürgermeister Thilo Becker am 27.09.2016 nur wenige Bürgerinnen und Bürger im CeraTechCenter in Höhr-Grenzhausen begrüßen. Neben der Vorstellung aller in 2016 im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ in Höhr-Grenzhausen durchgeführten und geplanten Projekte wurde über die Arbeit im Rahmen der Willkommenskultur berichtet und Martin Rüttgers, Politologe und Coach für das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ in Höhr-Grenzhausen stellte sich vor.

Stefan Wolfram (Koordinierungs- und Fachstelle, P.A.u.L. e.V.), VG-Bürgermeister Thilo Becker und Coach Martin Rüttgers (v.l.) bei der 2. Demokratie-Konferenz 2016
Stefan Wolfram (Koordinierungs- und Fachstelle, P.A.u.L. e.V.), VG-Bürgermeister Thilo Becker und Coach Martin Rüttgers (v.l.) bei der 2. Demokratie-Konferenz 2016

Stefan Wolfram eröffnete die Demokratie-Konferenz und wies in seiner Begrüßung auf die Möglichkeiten einer Projektförderung im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ hin. Neben der Unterstützung bei der Entwicklung eines Projektes stehe Stefan Wolfram als Koordinierungs- und Fachstelle auch bei der Projektdurchführung zur Seite. Um die Palette der Projekte noch zu erweitern, möchte er neue Projektträger für ein Engagement im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gewinnen und ermutigte die Anwesenden, die Fördermöglichkeiten in Vereinen bekannt zu machen. Gibt es eine Projektidee, sollten sich Interessierte für eine weitere Planung direkt mit Stefan Wolfram in Verbindung setzen.
Bürgermeister Thilo Becker verdeutlichte in seiner Begrüßung, dass die Betreuung und die Integration der geflüchteten Menschen in Höhr-Grenzhausen ein wichtiges Thema ist. Er verwies auf die Anstrengungen der Verwaltung, die zugewiesenen Menschen dezentral unterzubringen, um so die geflüchteten Menschen unmittelbar in die Gemeinschaft einzubinden und die Integration anzustoßen.

Martin Rüttgers, der als Coach im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ die Verwaltung unterstützt, kann mit einem Blick von „außen“ neue Impulse setzen und erkennen, welche Veränderungen für eine noch bessere Arbeit im Rahmen des Bundesprogramms in der VG Höhr-Grenzhausen erforderlich sein könnten. Herr Rüttgers zeigte sich bei seiner kurzen Vorstellung beeindruckt von dem breit aufgestellten Kreis der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer und appellierte an alle Engagierten „Bleiben Sie am Ball“.
Im Rahmen der Vorstellung der einzelnen Projekte erläuterte Stefan Wolfram dann auch die Arbeit des zu Jahresbeginn gegründeten Jugendforums. Das Jugendforum liegt sowohl Stefan Wolfram wie auch den Verantwortlichen der Verwaltung sehr am Herzen, da die Jugendlichen bereits in diesem Rahmen Demokratieverständnis und den wichtigen Stellenwert von Demokratie anhand ihres eigenen Engagements lernen.
Die 2. Demokratie-Konferenz schloss mit einer regen Frage- und Diskussionsrunde, in deren Rahmen noch einmal die gute Arbeit von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, Verwaltung und den im Rahmen des Bundesprogramms aktiven Projektträgern deutlich wurde.

Am 28.09.2016 hat dann erneut das Thema „Rechtsextremismus“ im Fokus der Veranstaltung gestanden. Mit Stefan Rochow konnte P.A.u.L. e.V. einen ehemaligen NPD-Funktionär für einen Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde gewinnen und rund 40 Zuhörer im Keramikmuseum begrüßen. Stefan Rochow berichtete in seinem knapp einstündigen Vortrag über seinen Weg in die „Rechte Szene“ und die Führungsriege der NPD in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern, über Situationen und Meinungsäußerungen von anderen Parteimitgliedern, die ihn zum Nachdenken brachten und letztlich zu dem Entschluss, der „rechten Szene“ und der Partei den Rücken zu kehren. In der anschließenden Diskussionsrunde wurde dann u.a. die Parallelen zwischen dem Einstieg in die „Rechte Szene“ und anderen radikalen Meinungsbildern deutlich und auch die Frage nach den Auswirkungen seines Ausstieges beantwortete Stefan Rochow den Zuhörern.

Stefan Wolfram und der ehemalige NPD-Funktionär Stefan Rochow
Stefan Wolfram und der ehemalige NPD-Funktionär Stefan Rochow

Den Abschluss der Woche der Demokratie bildete dann am 01.10.2016 der Tag der Demokratie. An einem verregneten Samstagvormittag konnte Stefan Wolfram rund 50 Personen zu einem interkulturellen Brunch im Jugend- und Kulturzentrum „Zweite Heimat“ willkommen heißen. Neben der Vorstellung und Präsentation des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ sollten in diesem Rahmen auch die bisher in den Jahren 2015 und 2016 in Höhr-Grenzhausen mit dem Bundesprogramm ermöglichten und durchgeführten Projekte vorgestellt werden. So berichteten drei Ministrantinnen von den erschütternden Eindrücken, die sie bei der Fahrt im vergangenen Oktober nach Auschwitz bekommen hatten. Die durch die Fahrt entstandene Ausstellung war ebenfalls in Teilen ausgestellt.

Stefan Wolfram begrüßt die Anwesenden zum Tag der Demokratie im Jugend- und Kulturzentrum „Zweite Heimat“
Stefan Wolfram begrüßt die Anwesenden zum Tag der Demokratie im Jugend- und Kulturzentrum „Zweite Heimat“
Die Ministrantinnen berichten von den erschütternden Eindrücken im Rahmen der Fahrt nach Auschwitz
Die Ministrantinnen berichten von den erschütternden Eindrücken im Rahmen der Fahrt nach Auschwitz

Das im Rahmen eines Projekts von dem Förderverein der Schiller-Schule hergestellte Musikvideo „Rassismus fängt zuhause an!“ erntete Beifall und Bewunderung für den mitreisenden Beat.
Von dem im Mai 2016 im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ vom Förderverein der Ernst-Barlach-Realschule durchgeführten Konzerts der Begegnung wurden zahlreiche Bilder gezeigt und machten noch einmal den großen Erfolg dieses Projektes deutlich. Eine bedrückte Stimmung herrschte, als das für das Konzert der Begegnung erstellte Video mit der in Höhr-Grenzhausen lebenden Familie Khello gezeigt wurde.
Zum Abschluss der Woche der Demokratie bekräftigte Stefan Wolfram, Koordinierungs- und Fachstelle, noch einmal die Notwendigkeit, der Bearbeitung des Themas Demokratie weiterhin große Aufmerksamkeit zu schenken und durch entsprechende Projekte auszugestalten.

Woche der Demokratie in Höhr-Grenzhausen

Vom 23. September bis zum 1. Oktober 2016 wird in Höhr-Grenzhausen im Rahmen der ersten „Woche der Demokratie“ ein Zeichen für Toleranz und Weltoffenheit und gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit gesetzt.

Der Auftakt findet am 23. September 2016 um 18:00 Uhr im Rahmen der Ausstellungseröffnung „Wenn ihr hier ankommt“ im Kasino Höhr-Grenzhausen, Kasinostraße 7 statt. Die Eröffnung wird vom Kurator der Ausstellung Christoph Gann und von einer Lesung aus den Briefen von Eva Mosbacher durch die Schauspielerin Liljana Elges begleitet.
Die Ausstellung beschäftigt sich mit dem Schicksal einer jüdischen Familie zwischen Kindertransport und gescheiterter Emigration. Briefe, Dokumente und Bilder schildern das Leben der Familie Mosbacher und ihr Schicksal. Hoffnung auf baldiges Wiedersehen prägt das Leben aller Beteiligten. Freude, Trauer und Zorn über Rückschläge spiegeln sich in den Briefwechseln. Sie verdeutlichen die verzweifelte Lage vieler jüdischer Familien vor rund 75 Jahren.
Im Anschluss ist die Ausstellung vom 26. September bis zum 10. Oktober 2016 während der Öffnungszeiten im Rathaus der Verbandsgemeinde, Rathausstraße 48, 56203 Höhr-Grenzhausen zu sehen.

Am Montag, 26. September 2016 sind die renommierten Rechtsextremismus-/Rechtspopulismusexperten Dr. Nils Franke und Andreas Speit („Die Tageszeitung“) mit Ihren Vorträgen zu den Themen „Die neue Rechte“ und „Die rechte Szene“ ab 19:00 Uhr zu Gast im Keramikmuseum in Höhr-Grenzhausen.

Zur zweiten Demokratie-Konferenz laden Bürgermeister Thilo Becker und Stefan Wolfram, Koordinierungs- und Fachstelle „Demokratie leben!“ bei P.A.u.L. e.V., am 27. September 2016 um 18:00 Uhr ins CeraTechCenter ein. Hier erhalten Interessierte alle Informationen zur Entwicklung des Bundesprogramms und der aktuellen Willkommenskultur in Höhr-Grenzhausen.

Am 28. September 2016 findet um 19:00 Uhr der Vortrag „Meine Erlebnisse in der NPD“ von und mit Stefan Rochow im Keramikmuseum statt.

Den Abschluss der ersten Demokratie-Woche in Höhr-Grenzhausen bildet der „Tag der Demokratie“ mit einem Brunch der Kulturen am 1. Oktober 2016 ab 10:00 Uhr im Jugend- und Kulturzentrum „Zweite Heimat“. Hier werden alle in der Verbandsgemeinde durchgeführten Aktionen und Projekte im Bundesprogramm vorgestellt und von einem attraktiven Programm für Jung und Alt begleitet.

Der Eintritt ist an allen Veranstaltungstagen frei!
Nähere Informationen finden Sie auch unter www.demokratie-leben.hoehr-grenzhausen.de.

Einladung zur 2. Demokratie-Konferenz 2016

Am 27. September 2016 um 18:00 Uhr findet im CeraTech Center (Rheinstraße 60 A, Höhr-Grenzhausen) die zweite Demokratie-Konferenz 2016 statt.

Inhalte der Veranstaltung sind Informationen zu den aktuell über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ geplanten Projekte sowie der aktuelle Stand der Arbeit im Bereich der „Willkommenskultur“.
Neben den verschiedenen Informationen soll die Veranstaltung den Teilnehmern darüber hinaus auch Vernetzungsmöglichkeiten und interessante Gespräche bieten.

Zu der Veranstaltung sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen eingeladen.

Weitere Informationen zur Konferenz finden Sie in der Einladung zur 2. Demokratie-Konferenz 2016.

Yes You Can! Ausbildung Zivilcourage-Trainer/in

Viele schauen aus Angst weg, wenn es zu gewalttätigen oder diskriminierenden Übergriffen kommt. Wie jedoch kann man eingreifen und helfen, ohne sich selbst zu gefährden? Genau darauf möchte die Zivilcouragetrainer/in-Ausbildung, die vom03. November bis zum 06. November 2016in der Europäischen Sportakademie stattfinden wird, Antworten geben.


Das von der Arbeitsgemeinschaft Frieden e.V., Trier, in Kooperation mit der Leitstelle „Kriminalprävention“ geförderte und durchgeführte Projekt bildet Trainer/innen für Zivilcourage aus. Zielgruppe des Angebots sind Multiplikator/innen, Gruppenleiter/innen und Trainer/innen. Neben Reflexion, Offenheit und Engagement sind die Bereitschaft, Körperkontakt, eigene Diskriminierung und psychosoziale Grenzsituationen zu erleben, Voraussetzungen für die Teilnahme. 


Für die 4-tägige Ausbildung ist ein Kostenbeitrag von 100 € (inkl. Buch, Verpflegung und Unterkunft) zu leisten.

Veranstaltungsgolder

https://kriminalpraevention.rlp.de/de/service/aktuelle-nachrichten/detail/news/detail/News/yes-you-can-ausbildung-zivilcourage-trainerin/

Ein Abend voller Emotionen und mitreißender Musik

„Bärenstarkes“ Konzert der Begegnung – 400 begeisterte Zuschauer in Höhr-Grenzhausen

Keine großen Diskussionen, tolle Musik und jede Menge Informationen rund um das Thema Flüchtlinge versprach Thilo Becker, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen, zu Beginn beim „Konzert der Begegnung“ in der Aula der Ernst-Barlach-Realschule plus: Etwa 400 Besucher waren denn auch nach dem dreistündigen Programm begeistert, das kurzweilig und abwechslungsreich alle Altersschichten ansprach.

Im Mittelpunkt stand natürlich die Musik, die wesentlich von der Rockgruppe „Bärenspiel“ und der Realschulband präsentiert wurde. Gefühlvoll moderierte Bärenspiel-Frontmann Markus Fischer durch das Programm – einem roten Faden gleich, nahm er die Besucher an die Hand und führte sie zu immer neuen „Begegnungen“, um „zu zeigen, was in der Kannenbäckerstadt in der Flüchtlingshilfe geleistet wird“, wie Fischer es ausdrückte.

Bärenstark gleich zu Anfang der neue Song „Wir sind das Volk“, mit dem der Parolenmissbrauch aufs Korn genommen wurde; oder die musikalische Begegnung zwischen Okzident und Orient und dem türkischen Gast Oender Özogul, der seiner Saz (einer Art Langhalslaute) ungewöhnliche Töne entlockte.

Eine ganz andere Richtung präsentierte die A-capella-Gruppe „Krumme Zingenöhl“, die den zahlreich erschienenen Geflüchteten ihre neue Heimatstadt musikalisch vorstellte und viel Beifall erntete – vor allem der Anti-Rassismus-Aufruf auf Höhrer Platt. Gut an kam auch das rhythmisch eingängige Musikvideo der Schillerschule „Rassismus fängt zu Hause an“, das bewies, dass Integration in der Kannenbäckerstadt wirklich gelebt wird. Hintergründiges lieferte der Therapeut und Buchautor Dr. Mathias Jung mit einem Wortbeitrag – sein Motto: „Handeln und helfen, das macht uns reicher.“

Bei der notwendigen „Luftpause“ im Freien begegnete man sich persönlich, informierte sich mit ausgedruckten Kurzporträts über Geflüchtete oder bestaunte am Nähstand von Anja Marotz die von fünf somalischen Frauen kunstvoll gefertigten Taschen.

Mit einem tollen Hingucker startete die zweite Hälfte: die erst elfjährige Carina Zimmert aus Hundsdorf hämmerte gekonnt das Schlagzeug und das Publikum wurde beim Video mit der Familie Khello ausnahmsweise mal mucksmäuschenstill – bewegende Statements zu ihrer Heimatstadt Aleppo, zur Flucht, dem zermürbenden Kirchenasyl und das Bekenntnis „hier neue Freunde gefunden zu haben“. Ein toller Beitrag vom heimischen Videokünstler Mirco Moskopp, der ins Herz traf.

Dass die Realschulband nicht nur Lieder gekonnt covern kann (von Adele oder Bourani etwa), zeigte sie anschließend leider vor schwindendem Publikum. Großen Beifall gab es für das eigens zum Thema passende Lied „Dazugehören“. Lokalkolorit boten Oliver und Paula Heine zusammen mit Silke Schott mit einem Lied über den alten Streit zwischen Höhr und Grenzhausen, ehe „Bärenspiel“ noch für ihre treue Fangemeinde einige alte Hits präsentierten und zum großen „Wir sind das Volk“-Finale alle Beteiligten auf die Bühne holte.

Ein rundum gelungener Abend, bei dem aus zeitlichen Gründen auf Übersetzungen in die arabische Sprache weitgehend verzichtet wurde. Zudem stand kein „echter geflüchteter Künstler“ auf der Bühne. Der junge Syrer Farhad Cheikho wollte mit seiner Saz ein kurdisches Lied spielen, erkrankte jedoch kurz vor dem Auftritt. Was bleibt? Bärenspiel-Bandleader Fischer hat seine Idee gekonnt umgesetzt, dank des Bundesprogramms „Demokratie leben“ wurde die Veranstaltung finanziell gut unterstützt, der Realschul-Förderverein hat das Konzert prächtig gemanagt – und wir alle haben durch „diese Begegnungen viel erfahren“, wie es ein Besucher treffend beschrieb.

Schiller-Schule setzt Zeichen gegen Rassismus

Bei der Benefiz-Veranstaltung „Konzert der Begegnung“ am 22. Mai 2016 in der Aula stellten die Schülerinnen und Schüler der Schiller-Schule ihr selbst produziertes Musikvideo gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit vor.

Das Video wurde nach einem eintägigen Workshop mit Mando, dem mehrfachen Deutschen Meister, Europameister und Mannschaftsvizeweltmeister im Beatboxen, einem professionellen Kamerateam und einer Regisseurin in Höhr-Grenzhausen gedreht.

Das beeindruckende und tolle Ergebnis können Sie ab sofort auf YouTube bewundern: